Alle Katzenbesitzer verreisen auch mal und suchen für diese Zeit jemanden, der sich um die Katze kümmert. Aber wie macht man das Katzensitting richtig und was muss man beachten?
Ich hatte während der Weihnachtszeit die Gelegenheit, auf zwei ganz süsse Katzen aufzupassen. Sie heissen Lena und Paco, die Kätzin ist schwarzweiss und der Kater ist ein Prachtexemplar in rot, sie beide lieben sich sehr und schmusen viel miteinander. Nun waren die beiden für vier Tage alleine in der Wohnung, nur ich hatte einen Schlüssel.
Damit die Katzen nicht fremdeln, besuchte ich schon im voraus zweimal die Katzenbesitzerin. Die Katzen hatten so die Gelegenheit, mit mir warm zu werden. Sie beschnupperten mich und schließlich stuften sie mich als Freundin des Hauses ein.
Am ersten Tag meines Sittings versteckten sie sich anfangs hinter dem Sofa. Ich machte als erstes ihre Toiletten sauber, spülte die Fressnäpfe aus und füllte neues Nassfutter ein. Ich überprüfte die diversen Wasserquellen und versorgte sie mit frischem Wasser. Danach setzte ich mich an den Tisch ausgestattet mit ihren Leckerlis und wartete ganz ruhig ab.
Nach und nach krochen dann zuerst die Lena und später auch der Paco aus ihrem Versteck, die Neugierde war dann doch grösser als die Angst. Sie überprüften die ganze Wohnung, ob alles in Ordnung war. Ich schüttelte dann den Beutel mit ganz besonders feinen Delikatessen und schon wurden sie hellhörig. In einem gehörigen Abstand von mir machte ich ein Häufchen für die Lena, die besonders gierig ist. Sie stürzte sich sofort darauf und schmatzte vor Vergnügen. Armer Paco konnte nur zuschauen. Er tat mir leid und deshalb schüttete ich auf dem Tisch ein extra Häufchen für ihn auf. Jetzt musste ich ihn nur darauf aufmerksam machen. Paco begriff sehr schnell und hüfte auf den Tisch – hier verspeiste er seine Leckerlis ganz zufrieden.
Bis jetzt fasste ich keine der Katzen an, das empfinden sie als aufdringlich von Fremden. Erst am zweiten Tag, da hatten die Katzen mich schon viermal gesehen und nur Positives mit mir associiert, wagte ich den ersten Versuch. Paco fraß mir aus der Hand und ließ sich anschließend kraulen, Lena erlaubte mir, sie zu streicheln. Am zweiten Tag konnte ich den Paco sogar auf den Arm nehmen. Lena lag ganz entspannt auf dem Kratzbaum und ließ sich wieder herzen.
Jetzt wusste ich, dass das Eis gebrochen war und sie mich ins Herz geschlossen hatten. Aber leider war die Zeit des Urlaubs schon verstrichen und das Frauchen kam zurück. Sie freute sich sehr über die schönen Neuigkeiten, dass es den Katzen so gut ergangen war. Und schon machten wir aus, dass auch in Zukunft ich die Pflege der Vierbeiner übernehmen soll. Schließlich waren alle zufrieden: die Besitzerin konnte beruhigt verreisen, die Katzen waren versorgt und ich verdiente etwas Taschengeld und konnte noch dabei etwas Gutes tun.
Meine Katze Sophie ist im April 2009 ein Jahr alt geworden. Kurze Zeit danach ist sie zum ersten Mal rollig geworden. Sie war ziemlich verwirrt und hat den Eindruck gemacht, dass sie nicht so recht versteht, was mit ihr passiert. Sie hat wie alle läufigen Katzen sehr viel geschrieen und gejauhlt, streifte orientierungslos durch die Wohnung und ob sie es wusste oder nicht, sie suchte wohl nach einem Kater. Aber hier in der Wohnung ist ja kein Partner für sie vorhanden. So müssen wir Menschen uns der Sophie besonders widmen. Sie ist sehr verschmust und erzählt ganze Romane in ihrer Katzensprache, nur um die Aufmerksamkeit ihrer menschlichen Dosenöffner auf sich zu lenken. Ob ich gerade in der Küche zu tun habe oder vor dem Computer sitze und schreibe, meine Sophie kommt zu mir und was macht sie? Sie streckt mir ihr Hinterteil entgegen und fordert mich zum Spielen auf. Ich streichele sie sehr viel und rede ihr gut zu, damit sie sich wieder beruhigt. Eine Rolligkeit verläuft bei der Sophie mit Unterbrechungen bis zu einer Woche, wo absolute Ruhe herrscht. Ganz plötzlich geht es dann wieder weiter mit dem Gejammer. So geht es über einen Monat lang.