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	<title>Isabella1 &#187; Soziales</title>
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		<title>Mama im Knast</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 06:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe schon länger unter Geldmangel gelitten. Ich weiß, dass es vielen so geht, aber ich mit meinen drei Kindern wusste oft nicht, wie ich die laufenden Rechnungen bezahlen soll und wie ich uns ernähren soll. Das Geld reichte nur für die ersten zwei Wochen, ab dann war es zappenduster in meinem Geldbeutel. Ich suchte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-26" title="imknast" src="http://www.isabella1.info/artikelverzeichnis/wp-content/uploads/2010/09/imknast.jpg" alt="" width="225" height="87" /><strong>I</strong>ch habe schon länger unter Geldmangel gelitten. Ich weiß, dass es vielen so geht, aber ich mit meinen drei Kindern wusste oft nicht, wie ich die laufenden Rechnungen bezahlen soll und wie ich uns ernähren soll. Das Geld reichte nur für die ersten zwei Wochen, ab dann war es zappenduster in meinem Geldbeutel. Ich suchte dringend nach einem zusätzlichen Job, aber außer putzen war nichts für mich in Aussicht. Und das wollte ich nicht, meine schönen Nägel ruinieren und den Dreck von Fremden wegräumen, nicht mit mir. Mit meinen Freunden haben wir oft gesessen und haben überlegt, wie ich aus dieser Misere herauskommen könnte.</p>
<p>Dann kam der berühmte todsichere Tipp eines Bekannten. Am Anfang wollte er nicht so recht damit herausrücken, erst musste ich ihm versprechen, dass ich schweigen werde wie ein Grab und keinem ein Sterbenswörtchen erzählen würde. Wie sich dann endlich herausstellte ging es Falschgeld. Ich sollte an möglichst vielen Stellen das Geld, meistens 50 Euro Scheine, unter das Volk bringen. Es klang alles so genial einfach. Endlich hatte ich genug Geld zum Leben und konnte meine fälligen Rechnungen bezahlen. Es war ja auch nicht so viel Geld, höchstens 2000 Euro im Monat. Es war eine geile Zeit.</p>
<p>Eines Tages stand dann die Polizei vor meiner Tür mit einem Haftbefehl. Wie sind sie bloß auf mich gekommen? Ich muss unvorsichtig gewesen sein oder es gab doch jemanden, der mich verpfiffen hat. Ich kenne viele Leute, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, vielleicht haben diese geplaudert. Es war offensichtlich, auf einen Schlag war ich meine Geldsorgen los und mir ging es wieder finanziell gut. Irgendwelche Neider wollten mir eins auswischen, nur wie haben sie von meiner Geldwäsche erfahren? Das wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.Ich kam zunächst in ein Untersuchungsgefängnis &#8211; bis auf die Tatsache, dass ich hinter Gittern eingesperrt war, war es im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte, ein paradiesischer Zustand. Dann wurde mir die Verhandlung gemacht und ich musste für mehrere Jahre in ein Frauengefängnis. Hier ist mir alles vergangen.</p>
<p>Ich werde um 6 Uhr früh geweckt und darf frühstücken. Um 7 beginne ich mit der Arbeit in der Gefängniswäscherei, ich darf die schmutzige Wäsche von anderen sortieren und waschen. Dafür bekomme ich gerade mal 1,35 Euro in der Stunde, ein wahrer Traumlohn. Mittags um 12 Uhr gibt es eine Unterbrechung für das Mittagessen. Danach arbeite ich weiter bis 16 Uhr. Jetzt kommt meine ersehnte Freizeit, ich darf in den Hof hinaus und etwas im Viereck spazieren, darf mit den anderen Frauen ein Pläuschchen halten oder einfach nur fernsehen und lesen. Um 21 Uhr heißt es dann Licht aus und Nachtruhe. Diese Monotonie bringt mich noch um. Und das muss ich noch eine geraumte Zeit ertragen.</p>
<p>Hätte ich gewusst, wie es in unseren Gefängnissen aussieht und wie man dort den Tag verbringen muss, ich wäre niemals auf den Vorschlag meines Bekannten eingegangen, krumme Dinge zu drehen. Ich hätte viel lieber die Wohnungen anderer Leute geputzt für 12 Euro die Stunde, jetzt bin ich eingesperrt und kriege gerade mal 1,35 Euro. Was ich noch erwähnen muss ist die Tatsache, dass meine minderjährigen Kinder jetzt unter Betreuung von Pflegeeltern stehen. Die armen Dinge besuchen mich inzwischen immer seltener, sie schämen sich auch für ihre Mutter, dass sie im Knast sitzt.</p>
<p>Wichtig wird für mich sein, dass sobald ich wieder draußen in der Freiheit bin, ich einen anständigen Job finde und dann können meine Kinder wieder mit mir leben. Und ich habe mir geschworen, dass mich nichts aber auch gar nichts wieder ins Gefängnis bringt.</p>
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